6. Relationen

Voraussetzung: 05 Fundiertheit, Paare und Produkte (kartesisches Produkt )

6.1 Definition

Definition: Relation

Eine Relation von nach ist eine Teilmenge von :

Beispiel:

  • ,

Man kann sich hier vorstellen als “Person kann Programmiersprache “.


6.2 Relationale Schreibweise

Für schreibt man:

NotationBedeutung
Abkürzung für (“a steht in Relation zu b”)
Abkürzung für (“a steht nicht in Relation zu b”)
Umkehrrelation von

Eigenschaft der Umkehrrelation: — zweimaliges Umkehren liefert die ursprüngliche Relation zurück.

Relation auf einer Menge

Im Fall sagt man: ist eine Relation auf (auch: zweistellige oder binäre Relation auf ).


6.3 Wichtige Beispiele für Relationen auf

Diese Beispielsammlung lohnt sich, um ein Gefühl für die Bandbreite des Relationsbegriffs zu bekommen:

  1. Allrelation: — jedes Element steht mit jedem in Relation.

  2. Nullrelation: — kein Element steht mit irgendeinem in Relation.

  3. Gleichheitsrelation: — man schreibt "" für diese Relation .

  4. Nachbarschaft von Ländern: = Menge der Staaten Europas,

  5. Kleiner-gleich-Relation: — man schreibt "" für diese Relation.

  6. Netzwerkverbindungen: = Menge der Knoten eines Netzwerks,

  7. Funktionsgraph: — der Graph der Normalparabel. Dies zeigt: Funktionen sind Spezialfälle von Relationen (zu jedem gibt es hier genau ein zugehöriges ).

  8. Teilbarkeitsrelation: Eine Zahl ist Teiler der Zahl , wenn ein ganzzahliges Vielfaches von ist. Schreibweise: (“a teilt b”). Dies definiert die Relation:

    Beispiele: , , , , aber .

    Merke zur Teilbarkeit durch 0 für jedes ), aber nur 0 selbst wird von 0 geteilt (da für kein existieren kann, mit dem man 117 erreicht).

    Jede Zahl teilt 0 (da

  9. Teilmengenrelation: Für eine Menge wird durch eine Relation auf allen Teilmengen von definiert (formal: , aufgebaut über die Konstruktion aus 05 Fundiertheit, Paare und Produkte).

  10. Elementbeziehung: Auch selbst definiert eine Relation auf jeder Menge von Mengen.

Warum diese Beispiele wichtig sind

Diese zehn Beispiele sind bewusst sehr unterschiedlich (Gleichheit, Ordnung, Graphen, Teilbarkeit, Mengenbeziehungen) — sie zeigen, dass der abstrakte Relationsbegriff () extrem viele konkrete, aus dem Alltag und der Mathematik bekannte Konzepte einheitlich erfasst. Spätere Eigenschaften von Relationen (Reflexivität, Symmetrie, Transitivität, Ordnungen, Äquivalenzrelationen — noch nicht in diesen Vorlesungen behandelt) bauen direkt auf diesen Beispielen auf, besonders auf 3 (Gleichheit), 5 (Ordnung ), 8 (Teilbarkeit) und 9 (Teilmenge).